Leopardgecko & Bartagame: Temperatur & Luftfeuchtigkeit im Terrarium

Aktualisiert im Juli 2026

Reptilien sind wechselwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur nicht selbst erzeugen können – über Erfolg oder Misserfolg der Haltung entscheidet deshalb fast immer das Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement. Futterverweigerung und Häutungsprobleme bei Leopardgecko oder Bartagame gehen sehr oft auf falsche Temperatur- oder Feuchtigkeitswerte zurück. In diesem Ratgeber findest du Richtwerte nach Art, eine Anleitung zum Temperaturgefälle und Tipps für das tägliche Protokoll.

Richtwerte-Tabelle: Temperatur und Luftfeuchtigkeit nach Art

Verschaffe dir zuerst einen Überblick über die Richtwerte der beliebtesten Terrarientiere. Wichtig: Das Terrarium soll nicht überall gleich warm sein – die Grundregel ist, sowohl einen warmen Bereich (Sonnenplatz/Hotspot) als auch eine kühle Seite anzubieten.

Art Wärmezone (Hotspot) Kühle Seite Nachts mindestens Luftfeuchtigkeit
Leopardgecko 28–32 °C 24–26 °C ca. 20 °C 40–60 %
Bartagame 35–40 °C (Sonnenplatz) 25–28 °C 18–20 °C 30–40 %
Kornnatter 28–30 °C 24–26 °C ca. 20 °C 50–60 %
Afrikanischer Fettschwanzgecko 28–32 °C 25–27 °C ca. 22 °C 60–80 %

Die Werte sind allgemeine Richtwerte – das Optimum hängt vom Zustand des Tieres und der Haltung ab. Entscheidend ist, es nicht bei „einmal einstellen und vergessen" zu belassen, sondern die tatsächlichen Temperatur- und Feuchtigkeitswerte täglich zu kontrollieren. Je nach Heizverhalten der Wohnung und Außentemperatur verändert sich das Klima im Terrarium bei gleicher Einstellung von Tag zu Tag.

Temperaturgefälle schaffen: Wärmezone und kühle Seite

Die Heizquelle auf eine Seite des Terrariums setzen

Heizmatte, Wärmelampe oder Spotstrahler gehören auf eine Hälfte bis ein Drittel des Terrariums. So entstehen ein warmer und ein kühler Bereich, und das Tier kann seine Körpertemperatur selbst regulieren. Heizt du das ganze Terrarium gleichmäßig, gibt es bei Überhitzung keinen Rückzugsort.

Ein Thermostat schützt vor Überhitzung

Schließe Heizgeräte immer an ein Thermostat an. Es schaltet die Heizung automatisch ab, sobald die eingestellte Temperatur überschritten wird – das senkt das Risiko von Überhitzung im Hochsommer und von Verbrennungen. Geräte mit hohen Oberflächentemperaturen wie der Spotstrahler der Bartagame müssen zudem außerhalb der Reichweite des Tieres montiert sein.

Thermometer und Hygrometer an zwei Stellen

Platziere Thermo-/Hygrometer an zwei Stellen: bei der Wärmezone und auf der kühlen Seite, jeweils in Bodennähe. Digitale Geräte mit Min-/Max-Speicher sind besonders praktisch – so erkennst du auch Schwankungen während deiner Abwesenheit und in der Nacht.

Worauf du je nach Jahreszeit achten solltest

Tägliches Protokoll: So erkennst du Probleme früh

Anders als Hund oder Katze zeigen Reptilien Unwohlsein nicht durch Laute – ob du „anders als sonst" bemerkst, hängt allein von deinen Aufzeichnungen ab. Notierst du neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch Futtermenge, Häutung und Kotabsatz, erkennst du Zusammenhänge viel leichter – etwa: „Die Futterverweigerung begann in der Woche, in der die Temperatur gefallen ist."

Für das Protokoll eignet sich die kostenlose Haustier-Gesundheits-App PetnotePlus:

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Checkliste bei Futterverweigerung oder Häutungsproblemen

Frisst dein Tier nicht oder bleiben Häutungsreste zurück, prüfe zuerst die Haltung. Kannst du die Punkte dem Tierarzt beim Termin nennen, hilft das bei der Untersuchung.

Frisst dein Tier trotz optimierter Haltung weiterhin nicht, oder bleiben Häutungsreste an Zehen oder Schwanz zurück (unbehandelt droht dort ein Absterben des Gewebes), dann wende dich früh an eine reptilienkundige Tierarztpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Wo im Terrarium sollte das Thermometer hängen?

Am besten an zwei Stellen messen: nahe der Wärmequelle (beim Sonnenplatz) und auf der kühlen Seite. Mit nur einem Messpunkt kannst du nicht prüfen, ob ein Temperaturgefälle besteht. Miss auf der Höhe, auf der sich dein Tier aufhält – also in Bodennähe.

Darf ich die Heizung nachts ausschalten?

Eine leichte Nachtabsenkung ist natürlich. Als Richtwert gilt aber: beim Leopardgecko nicht unter 20 °C, bei der Bartagame nicht unter 18–20 °C. Gerade im Winter solltest du Thermostat und Heizquelle kombinieren und die morgendliche Tiefsttemperatur protokollieren.

Was tun, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist?

Sprühe morgens und abends mit der Sprühflasche, stelle eine Wetbox (feuchte Höhle) auf oder wähle eine größere Wasserschale. Besonders vor der Häutung führt zu trockene Luft beim Leopardgecko schnell zu Häutungsproblemen – ein Feuchtigkeitsprotokoll hilft, den Trend im Blick zu behalten.

Dieser Ratgeber dient nur der allgemeinen Information – bei Fragen zur Gesundheit deines Haustiers wende dich immer an deinen Tierarzt.